CLOWNS & SUBMACHINE

Exzess, Frankfurt, 3.08.2017

ClownsGibt es eigentlich auch schlechte australische Bands? Zumindest die, die sich in unsere Breitengrade verirren, sind über jeden Zweifel erhaben. Und ich rede hier nicht von den Großen Alten wie AC/DC, BUFFALO, ROSE TATTOO und BIRTHDAY PARTY, sondern von Gruppen wie den COSMIC PSYCHOS, den BEASTS OF BOURBON, den HARD-ONS oder meinen persönlichen Favoriten LUBRICATED GOAT. Die CLOWNS aus Melbourne, gegründet 2010, schlagen in eine ähnliche Kerbe wie die letztgenannten Formationen. Das Quintett zelebriert eine staubtrockene, rockende Mischung aus Hard Rock, Punk und Garage wie sie eigentlich nur aus Australien kommen kann. Und nachdem die Truppe in letzter Zeit gleich zweimal – nämlich sowohl an gleicher Stelle im ClownsFrankfurter Exzess als auch im Kesselhaus des Wiesbadener Schlachthofs – gastierte, ohne dass wir darüber berichteten, holen wir das zuvor Versäumte an dieser Stelle nun gerne nach.

Das Zustandekommen des gestrigen Gigs war einem Zufall geschuldet, denn sowohl die CLOWNS als auch die Amerikaner SUBMACHINE waren separat auf Tour und hatten in Frankfurt beide einen Day off, so dass der gemeinsame Auftritt recht kurzfristig vereinbart wurde, auch wenn beide Acts musikalisch nicht unbedingt zueinander passen.

Als Opener stand zunächst die aus Pittsburgh stammende Hardcore-Formation SUBMACHINE auf der Bühne, die besser ins Package mit KNOW und STALAG 13 gepasst hätte, das vor einigen Tagen in der Au zu sehen war. Gegründet Submachineim Jahr 1990 ist das Quintett seither eine feste Institution des Ostküsten-Hardcore und liefert mit steter Regelmäßigkeit neue Tonträger. Geboten wird Hardcore alter Schule gepaart mit dreckigem Punkrock, von der Band selbst auch als „Drunk Punk“ bezeichnet. Soll heißen, neben gesellschaftlichen Themen haben die Jungs außerdem Stücke wie „Whiskey über alles“ und „Beer Song“ im Gepäck.

SubmachineBei den Tracks, die selten länger als zwei Minuten waren, kam daher keine Langeweile auf, zumal Shouter Alex Pee sich als agiler und routinierter Frontmann präsentierte, der den Besuchern ordentlich einheizte. Und obgleich vermutlich die Wenigsten mit der Discographie der Combo vertraut waren machte es großen Spaß, den US-Boys zuzuschauen. Wer auf traditionellen Hardcore-Punk steht, der sollte die Truppe, die mit „People“ gerade eine neue Single herausgebracht hat, mal anchecken.

Headliner des Abends waren die CLOWNS, die zwar erst auf eine siebenjährige Geschichte zurückblicken, dafür aber in den letzten Jahren recht präsent in Deutschland waren. Seit der Gründung sind mit „I‘m Not Right“ (2013), Clowns„Bad Blood“ (2015) und „Lucid Again“ (2017, Soundfile am Ende dieses Berichts) drei Werke erschienen, die sich merklich voneinander unterscheiden. Während sich beim Debüt Grunge-Einflüsse nicht verleugnen lassen, liefert „Bad Blood“ brachialen Punkrock und bei der aktuellen, etwas seichteren Scheibe lassen sich gar WIPERS-Referenzen entdecken.

ClownsDies beweist schon, dass die CLOWNS größere Ambitionen hegen und bestrebt sind, sich mit jedem Album neu zu erfinden. Doch trotz der unterschiedlichen Spielarten dominiert live stets ein aggressiver Sound das Set der Melbourner, so auch gestern. Während sich die Bassistin, die beiden Gitarristen und der Drummer auf der Bühne positionierten, agierte Sänger Stevie Williams vor dem Podest und somit direkt unter den Zuschauern.

ClownsGespielt wurden zu gleichen Teilen Songs der o. g. drei Releases, wobei mir Tracks wie „Figure It Out“, „Human Error“ und „Play Dead“, die alle vom zweiten Output stammen, am besten gefielen. Die Energie, mit der das Ganze dargeboten wurde, erinnerte stark an Auftritte von Acts wie den P.R.O.B.L.E.M.S. oder den CHEMICALS, bei denen der auf der Bühne entfachte Funke ebenso unmittelbar aufs Publikum übersprang wie bei den CLOWNS.

ClownsSeit diesem Jahr spielen die Australier mit einem zweiten Gitarristen, was die Wucht des Sounds noch einmal erhöht. Ebenfalls neu an Bord ist Bassistin Hanny J, die mit ihrer wilden Mähne neben dem wie ein Berserker wütenden Frontmann einen weiteren Blickfang darstellt. Unterm Strich war das High-Energy-Punkrock at it‘s best. Bleibt zu hoffen, dass die Band uns bald wieder besucht.


Links: http://submachine.org/, https://www.facebook.com/Submachine.Pittsburgh.Punk.Rock/, https://submachinepgh.bandcamp.com/, https://www.last.fm/de/music/Submachine, https://www.clownsband.com/, https://de-de.facebook.com/clownsband/, https://clownsband.bandcamp.com/, https://www.instagram.com/clownsband/, https://www.last.fm/music/Clowns

Text: Marcus / Fotos: Eric, https://www.flickr.com/photos/vanreem

Alle Bilder:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Leave a Comment

Filed under 2017, Konzerte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.