MESSER CHUPS

Elfer Music Club, 10.05.2012

Okay, einiges sprach am gestrigen Abend gegen einen Besuch bei den MESSER CHUPS im Elfer: Die Band war erst vor etwa einem halben Jahr in ebenjenen Räumlichkeiten zu Gast, es lief ein wichtiges Fußballspiel (was im übrigen auch über Beamer vor der Show gezeigt wurde), es gab auf dem Musiksektor diverse Konkurrenzveranstaltungen (u. a. im Exzess und in der Batschkapp) und nicht zuletzt folgte ein stinknormaler Werktag, für viele verbunden mit frühem Aufstehen. So konnte man zwar alles andere als ein kuschelig-enges Konzert erwarten, aber die tatsächliche Anzahl der Besucher enttäuschte dann doch: Lediglich ein gutes Dutzend Fans fand sich im Kellerclub an der Maybachstraße ein, um mit dem Trio, bestehend aus Zombierella (Bass), Oleg Gitaracula (Gitarre) und Denis Messer (Schlagzeug), eine Surf-Party zu feiern.

Letzterer übernahm im Gegensatz zum Gig vom vergangenen Jahr (damals war er „busy“, wie er später erzählte, und deshalb ersetzt worden) die Moderation und die Konversation mit dem Publikum, beginnend mit dem – leider wahren – Ausspruch: „Frankfurt – there’s not too many of you out here

tonight“. Zombierella trat einmal mehr ganz in Schwarz auf, Netzstrumpfhosen und Pumps mit Pfennigabsätzen inklusive – der einzige Farbtupfer war ihr knallrot geschminkter Mund. Die schrillen, spitzen Schreie der brünetten Schönheit waren etwas seltener zu vernehmen als beim letzten Mal (schade eigentlich), dafür sang sie mehrere Stücke. Oleg hielt sich am Mikrofon zurück, das obligatorische, fies schallende Lachen kam nun aus der Kehle des Trommlers Denis.

Wer seinen Blick von Zombie Girl und ihren Kollegen abwenden konnte, sah auf der Leinwand hinter der Combo die liebevoll aus zahllosen B-Movies zusammengeschnittenen Szenen mit Monstern, Mumien, klapprigen Skeletten und allerlei verstrahlten Kreaturen, die nach Frischfleisch gierten – nicht nur für Freunde trashiger Filme ein Augenschmaus. In der neuen Zusammenstellung für die aktuelle Tour gibt es übrigens deutlich mehr nackte Haut zu sehen als bei den vergangenen Shows.

Die Reihenfolge der Lieder konnte ich mir beim besten Willen nicht merken, irgendwie war man ja auch die meiste Zeit mit Zappeln beschäftigt. Wie immer eine abwechslungsreiche Auswahl von Mid- und Uptempo-Stücken, überwiegend instrumental, manchmal mit Gesang von Zombierella, ein paar Coversongs (u. a. „Popcorn“ und das „James-Bond- Theme“) standen ebenfalls auf der Setlist. Eine etwa zehnminütige Variation des „Peter Gunn“-Themes, inklusive der Vorstellung der Bandmitglieder, beschloss das Konzert.

Erfreulicherweise bewiesen die wenigen Anwesenden sowohl im Verlauf als auch am Ende der Show, dass eine kleine Gruppe auch ordentlich Alarm machen kann, sodass die Musiker nach ihrer Zugabe trotz des arg leeren Saals mit einem Lächeln die Bühne verließen und sich am Merchstand für entspannte Plaudereien und Autogrammwünsche ein Stelldichein gaben.

Die Kombination aus hervorragend dargebotenem Surfsound und originellem Mutantenkino funktioniert nach wie vor – Auftritte der St. Petersburger Kapelle haben einen hohen Intensitäts- und Kultfaktor. Also bis zum nächsten Mal – wenn der Schrecken vom Amazonas erneut durch die Sümpfe vegetiert, der pelzige Wolf Man seine haarigen Pranken ausstreckt und ein Totenschädel auf dem Plattenteller rotiert, sehen wir uns wieder.

Unter http://www.messerchups.ru/ ist die Homepage der MC zu finden, unter http://www.myspace.com/messerchups gibt es einige feine Tracks.

Text: Stefan / Fotos & Clip: Kai

Mehr Bilder:


Noch mehr Fotos gibt es in unserem Bericht vom November 2011. Klicke hier.

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