THE FABULOUS GO-GO BOY FROM ALABAMA

Knabenschule Darmstadt, 29.09.2012

Klick zum Vergrößern Willkommen beim Double Feature der One-Man-Bands in der Bessunger Knabenschule: Im Rahmen der „Frantic Over the Atlantic Tour 2012“ war gestern DEAD ELVIS & HIS ONE MAN GRAVE zu Gast in dem kleinen Darmstädter Kellerclub, als Support hatte er seinen Kollegen und Freund THE FABULOUS GO-GO BOY FROM ALABAMA mitgebracht. Dieser erklomm im Gegensatz zu DEAD ELVIS, der ja stets maskiert vor sein Publikum tritt, gegen viertel vor elf die Bühne ohne Tarnkappe, dafür elegant gekleidet mit weißem Oberhemd, dezent kariertem dunklen Sakko und trendiger Krawatte. Er kommt übrigens keineswegs aus Alabama, sondern ist in der brasilianischen Megalopolis Sao Paulo zuhause, wenn er nicht gerade mit seiner Show durch die Lande zieht.

Das musikalische Konzept gleicht dem seines bekannteren Mitstreiters: Schräger Rock’n Roll-Garagesound in LoFi, mit etwas mehr Blues und etwas weniger Rockabilly-Elementen, aber ebenso instrumentiert mit Gitarre und Trommeln. Diese bediente der GO-GO BOY durch Stampfen auf ein ausgedientes, blechernes Verkehrsschild (Foto davon in der Galerie), das je nachdem, auf welche Stelle getreten wurde, Bassdrum oder Hi-Hat zum Klingen brachte. Der Gesang war ein bisschen dunkler, der Text wurde zuweilen (wie bei „Ababababoom“) durch eine Aneinanderreihung sinnfreier Fantasieworte ersetzt, unterbrochen von spitzen Schreien. Freaky, aber gut. Der Mann stand unter Strom und brachte die Message des Trash, „Musik muss nicht schön sein, sie muss Spaß machen“, voller Enthusiasmus unter die Leute.

Für anfängliche Irritation und späteres Amusement des Publikums sorgte die Passage, als der Brasilianer für Minuten in einer verrenkungsähnlichen Pose – den linken Klick zum Vergrößern Arm mit verkrampften Fingern nach vorn ausgestreckt (siehe Foto) – verharrte. Wusste zuerst niemand so recht etwas mit dieser unangekündigten Performance anzufangen, machten sich die Gäste alsbald einen Spaß daraus, entweder ihren Hals in die Pranke des Musikers zu legen (erfreulicherweise ‚erwachte‘ er nicht aus seiner Freeze-Position und drückte nicht zu), ihm eine Flasche Bier in die Hand zu drücken (diese wurde allerdings nicht festgehalten) oder sich mit ihm fotografieren zu lassen.

Klick zum Vergrößern Wahrscheinlich hatte die Aktion mit südamerikanischem Voodoo zu tun – als man schon dachte, dass nur noch ein Jungfrauenopfer helfen würde, den schnauzbärtigen Kotelettenträger aus seiner Starre zu befreien, ging es dann doch noch weiter. Lustige Idee, einfach mal den Spieß rumzudrehen, zu warten, was passiert, wenn nichts passiert und den Besuchern die Gelegenheit für Aktion statt Reaktion zu geben.

Mir war dieser Einzelkämpfer im Gentleman-Look bisher unbekannt und ich wusste nicht, was mich bei seiner Show erwartet. Aber letztlich ist es ja so: Wenn sich einer da vorn solo hinsetzt, um das zahlende Publikum Klick zum Vergrößern zu begeistern, kann man davon ausgehen, dass derjenige auch was auf dem Kasten hat. Der GO-GO BOY spielt mit anderen beliebten Alleinunterhaltern wie BLOODSHOT BILL (wir sahen ihn 2010 im Vorprogramm von HEAVY TRASH im Mousonturm) oder MATT VOODOO (Bericht) in der gleichen Liga und ich ziehe meinen Hut vor der Leistung aller dieser Typen.

Eine Homepage hat THE FABULOUS GO GO BOY FROM ALABAMA derzeit nicht, er präsentiert sich und einige Lieder auf http://de.myspace.com/gogoboy123.

Doch das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange in dieser langen Nacht in der Knabenschule: Nach einer Umbaupause, in der der Frontmann der bekannten Darmstädter Kapelle THE SATELLITERS die Gäste als Plattenleger mit flotten Beat-Rhythmen versorgte, folgte der Hauptact: DEAD ELVIS & HIS ONE MAN GRAVE. Um zu sehen, wie es weiterging, klickt hier.

Text & Fotos (2) & Clip: Stefan / Fotos (10): Kai

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