Best of RRRM – Folge 1: Die bizarrsten Maskenmänner

Frankfurt, 30. März 2020

Best of - MaskenmännerDie konzertlose Zeit geht auch an uns nicht spurlos vorüber – es könnte still werden im und um den Rockstage-Blog. Um das zu verhindern und Euch (und uns) ein bisschen bei Laune zu halten, scheint der Zeitpunkt gekommen, die vergangenen Jahre ein wenig Revue passieren zu lassen. Etwa 12.000 Fotos haben sich in der vergangenen Dekade auf dieser Website angesammelt – und die Besucher*innen, die erst später auf uns aufmerksam geworden sind oder nicht zu den „Stammgästen“ gehören, haben viele von diesen vermutlich noch nie gesehen. Wir wollen Euch in den kommenden Wochen – immer unter einem bestimmten Motto – ein kleines „Best of“ zusammenstellen. Alle Bilder können per Mausklick vergrößert werden, daneben stehen jeweils ein paar Linernotes. Eines können wir versprechen: Es wird viel zu sehen geben, Absonderliches, Schrilles und Kurioses. Heute zeigen wir:

Die bizarrsten Maskenmänner

Best of RRRM – Folge 1

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THE CRAZY WORLD OF ARTHUR BROWN

Arthur BrownDass im September 2014 mit Arthur Brown eine absolute Rock-Legende für lau zwischen Junkies und Fernreisenden vor dem Frankfurter Hauptbahnhof auftrat, war eines der größten Geschenke, das hiesige Musikfreaks jemals erhielten. Der Tausendsassa bot auf kleinster Bühne seine theatralische Show samt Ausdruckstänzerin und seinem Kult-Hit „Fire“ – diesen aus Respekt vor dem ehrwürdigen Gemäuer neben ihm jedoch ohne lodernden Feuerhelm. Mehr dazu hier.

 

LORDI

LordiLORDI sind Fans von KISS – und was diese showtechnisch so auffahren, muss natürlich von ihren Epigonen übertroffen werden. Man mag sich lieber nicht vorstellen, welche Transpirations-Ozeane aus den Kostümen quellen, wenn LORDI sich dieser nach 90 Minuten Pop-Metal-Party entledigen. Ähnlich wie ihre weit heftiger agierenden Brüder im Geiste, GWAR, sollte man LORDI nicht komplett auf die Optik reduzieren. Dafür machen viele Stücke einfach zuviel Spaß, wie hier zu lesen ist.

 

DICKIES

DickiesSpider-Man lässt grüßen. Die DICKIES aus dem sonnigen Kalifornien sind eine der durchgeknallten Punkbands, bei deren Gigs eigentlich alles passieren kann. Skurrile Utensilien wie beispielsweise Gummipuppen und Tauchermasken gehören zum Standard, alles Weitere ergibt sich im Verlauf der Show. Wir berichteten bisher über zwei Konzerte der DICKIES, einen Post vom August 2014 zum Gig in der Räucherkammer des Wiesbadener Schlachthofs finden Interessierte hier.

 

FRONT

FrontIn Zeiten der Corona-Krise ganz besonders en vogue: Die Gasmaske. Diese ist ein essentielles Accessoire des Bassisten der Wiesbadener Punk-Combo FRONT, hier aufgenommen im März 2015 bei einem Auftritt im Frankfurter ExZess. Leider ist der Mann am Bass der Einzige in der Band mit einer Schutzvorrichtung dieser Art, sonst könnte die Formation ja wenigstens mal eine Show in einer hiesigen Fußgängerzone spielen… Den kompletten Bericht lest Ihr hier.

 

THE IRRITONES

IrritonesWer nicht das nötige Kleingeld für eine passende Maske hat muss kreativ sein: Einfach den Kopf mit Klebeband umwickeln, so wie der Frontmann der französischen Punk-Band THE IRRITONES, dann passt das schon. Könnte natürlich ein bisschen wehtun beim Abziehen der Klebestreifen, aber mit genügend Adrenalin hat Sänger Olivier Gasoil auch das bestimmt überlebt. Mehr zu dem Gig im November 2011 in der Frankfurter Au gibt es hier.

 

DEAD ELVIS

Dead ElvisWas wäre ein „Best of“ zu den besten Maskenmännern ohne DEAD ELVIS? Ganz einfach: Nicht komplett! Der Niederländer tritt als One-Man-Band im Elvis-Kostüm auf und trägt dabei eine Gummimaske, die das Antlitz des Kings im Zustand fortgeschrittener Verwesung zeigt. Wir haben DEAD ELVIS bereits mehrfach in diesem Blog gewürdigt, den unglaublichsten Abend erlebten wir im September 2012 im Kellerclub der Darmstädter Knabenschule. Details dazu hier.

 

NIETNAGEL

NietnagelEin Wolf im Schafspelz? Halt, nein. Eher ein Schaf im Wolfspelz. Denn unter der Maske steckt nicht etwa einer der Musiker der Black Out-Metal-Formation von NIETNAGEL, sondern ein Konzertbesucher, der den Song „Satanic Werewolf“ mimisch interpretieren durfte. NIETNAGEL gibt es inzwischen leider nicht mehr, zwei Rockstage-Berichte zu deren Gigs dagegen schon. Den vom März 2012 aus dem (alten) Frankfurter Elfer Music Club findet Ihr hier.

 

TIKI KINGS

Tiki KingsImmer wieder ein Hingucker war die Frankfurter Surf-Combo TIKI KINGS, die mit riesigen Masken aus Pappmaché das Flair der Südsee in die Clubs brachte, Baströckchen, Blumenketten, Opferungsritual und Vulkanausbruch inklusive. Leider haben wir schon ewig nichts mehr von den TIKI KINGS gehört und der letzte Eintrag auf deren Facebook-Seite datiert vom Juli 2014. Ein Bericht über den Auftritt im Frankfurter Hazelwood-Studio vom Februar 2011 steht hier.

 

HANSON BROTHERS

Hanson BrothersDass sich auch Musik und Sport gelungen verbinden lassen, zeigten früher die kanadischen Punkrocker HANSON BROTHERS, die allesamt eishockeyverrückt sind. Bassist Rob Wright alias Robbie Hanson staffierte sich im April 2012 im Frankfurter ExZess mit einer Torhüter-Maske und dem Trikot des Deutschen Eishockey-Nationalteams aus und lieferte darin eine irre Show, bei der sogar zwei Eishockey-Schiedsrichter auf der Bühne platziert waren. Nachzulesen hier.

 

THE DWARVES

The DwarvesDieser Mann nennt sich Hewhocannotbenamed und ist Mitglied der US-Punks THE DWARVES. Sein Markenzeichen: Die Maske und die Tatsache, dass er normalerweise bei den Shows nichts darunter trägt. Und damit meinen wir nicht unter der Maske… sondern auch unnerum. Nun, im Frankfurter Nachtleben musste er im Juli 2008 sein Gemächt mit einer ledernen Vorrichtung bedecken. Viel Musik mit durchgetretenem Gaspedal gabs natürlich auch – mehr dazu hier.

 

DIRT BOX DISCO

Dirt Box DiscoMusiker, die auf der Bühne Strumpfmasken tragen, gibt es einige. Doch die Maske des Gitarristen Spunk der britischen Spaßpunker DIRT BOX DISCO ist besonders: Es gibt lediglich einen Sehschlitz für das linke Auge, der für das rechte wurde mit Sicherheitsnadeln verschlossen. Dazu wurde aus blauen Fäden noch eine Iro-Frisur aufgenäht. Unique! Einen Bericht über den Auftritt der verrückten Vögel von der Insel vom Oktober 2018 in der Frankfurter Au gibt es hier.

 

MAN WITH A MISSION

Man With A MissionJapaner mit Wolfsmasken, gibt es eine skurrilere Kombination? MAN WITH A MISSION spielten im März 2019 im Frankfurter Club „Das Bett“ vor fast ausverkauftem Haus. Laut Legende wurde die Combo vom Gitarrendoktor und Wolfsbiologen Jimi Hendrix als ultimative Lebensform erschaffen und eingefroren, bis sie 2010 auftaute. Die Identität der Musiker ist streng geheim; unsere Fotos wurden vor der Freigabe vom Management akribisch kontrolliert. Mehr dazu hier.

 

ATTACK OF THE MAD AXEMAN

Attack of the Mad AxemanUnd noch etwas aus dem Tierreich: Kostümiert als Sumpfschildkröte, Uhu, Weinbergschnecke und Honigbiene (das Eichhörnchen hatte beim Gig im Oktober 2012 im Frankfurter ExZess wohl keine Zeit) spielten ATTACK OF THE MAD AXEMAN aus Hamburg – na was wohl? Animalgrind! Und genauso klang es auch: Eine infernalische Attacke auf die Gehörgänge, Pyro-Effekte inklusive. Der komplette Konzertbericht befindet sich hier.

 

VANHELGA

VanhelgaGesichtslose Vasallen als Fundament von lebensverneinenden Miesepetrigkeiten – ach, Black Metal, so wie wir ihn lieben. Die Schweden VANHELGA baden wie so viele Artgenossen im Blut, als Vertreter des Suicidal Black Metal jedoch zumeist im eigenen. Während sie bei der Show etwas „entweihen“ („vanhelga“ auf deutsch) blitzte im Oktober 2014 im Frankfurter Elfer jedoch auch ein gewisser Humor auf, den der Rezensent hier dankbar zur Kenntnis nahm.

 

BLOW OUT

Blow OutWer genau sich hinter BLOW OUT verbirgt, ist bis heute nicht bekannt. Die einen munkeln, es sei eine Satanssekte, die in den tiefen Wäldern der Wetterau ihr Unwesen treibe, andere behaupten, dass es sich um Philosophiestudenten der Frankfurter Goethe-Universität handle. Fest steht, dass die Live-Shows zum Besten gehören, was die lokale Szene zu bieten hat. Warum? Das führen wir im Bericht vom Februar 2017 über den Auftritt in der Frankfurter Au hier aus.

 

DR. LIVING DEAD!

Dr. Living DeadThrash Metal-Acts gibt es wie Sand am Meer, da muss man sich etwas einfallen lassen, um aufzufallen. Die Schweden DR. LIVING DEAD! entschieden sich dabei für eine Mischung aus Totenschädel-Look und Streetgang-Bandana, um ihrer Liebe zu Horrorfilmen zum einen und Crossover-Sound im Stil von SUICIDAL TENDENCIES zum anderen visuellen Ausdruck zu verleihen. Wie das Ganze bei uns im Januar 2018 im Wiesbadener Schlachthof ankam, erfahrt Ihr hier.

 

NIGHT DEMON

Night DemonNIGHT DEMON sind einer der aufstrebendsten jungen Metal-Acts. Die Combo selbst tritt stets unmaskiert auf, hat aber bei jedem Gig das titelgebende Maskottchen im Gepäck. Auch beim Auftritt im Juli 2017 in der Frankfurter Au wurde der „Night Demon“ aus dem Käfig gelassen und sorgte – je nach Zuschauer – für gruselige Momente oder Lacher. Was die Metal-Band in die sonst von Punk-Acts besuchte Au verschlug, beschrieben wir hier.

 

YUPPICIDE

YuppicideEiner der ungewöhnlichsten Punk-Acts aller Zeiten sind die Amerikaner YUPPICIDE. Frontmann der Gruppe ist der Engländer Jesse Jones, der jedes Konzert mit verschiedenen Maskeraden bestreitet. Doch nicht nur das macht YUPPICIDE zu einer besonderen Band, auch musikalisch haben die Jungs einiges drauf. Wie genau sich ein Auftritt der Jungs aus New York City gestaltet, erfahrt Ihr am Beispiel des Gigs vom September 2012 im Weinheimer Café Central hier

 

RUMMELSNUFF

RummelsnuffRoger Baptist alias Rummelsnuff ist so etwas wie der Hans Albers der Avantgarde-Szene. Der Sachse sorgt mit seiner „derben  Strommusik“ und seinen Auftritten sowohl für Begeisterung als auch für Verwunderung. Die Shows werden dabei stets von einer illustren Maskenparade seitens seiner Mitstreiter begleitet. Wer bei dem Gig im Januar 2014 im Frankfurter Mousonturm die bizarre Schweinsmaske tragen musste, lösen wir hier auf.

 

SALEM’S POT

Salems PotIn Schweden, dem Rock-Olymp Europas, ist es für eine junge, talentierte Band bestimmt nicht einfach genug Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Doom-Stoner-Occult-Rock-Combo SALEM’S POT fand eine originelle Lösung: Sie stellt sich mit venezianischen Karnevalsmasken sowie Federboas, Glitzerjacken und Netzstrümpfen auf die Bühne. Ein großer Spaß, auch im Juni 2017 im Frankfurter Tiefengrund, was wir hier dokumentiert haben.

 

OVER THE TOP

Over The TopDie Münsteraner Trashcore-Veteranen OVER THE TOP waren stets für ihre illustren und bunten Auftritte bekannt. Ob die Kapelle heute noch existiert, entzieht sich unserer Kenntnis, wir haben schon lange nichts mehr von ihr gehört. Der Auftritt im Frankfurter ExZess im Juni 2013 bestach auf jeden Fall durch allerlei skurrile Outfits, darunter diesem pinkfarbenen Superhelden-Kostüm. Welche Gestalten darüber hinaus im Club ihr Unwesen trieben, zeigen wir hier.

 

KVELERTAK

KvelertakDie Norweger KVELERTAK sind Kult, soviel steht fest. Wovon die in Landessprache gesungenen Texte handeln, deren Titel wie die Exponate eines skandinavischen Möbelhauses klingen, weiß allerdings kaum jemand. Ebensowenig ist bekannt, warum sich der ehemalige Sänger Erlend Hjelvik zu Beginn eines jeden Konzerts eine Eule über die Omme stülpte. Was der Gig in der alten Frankfurter Batschkapp im September 2013 sonst noch zu bieten hatte, verraten wir hier.

 

GHOST

GhostDie schwedische Band GHOST hat ohne Zweifel das beste Maskenkonzept seit KISS auf die Beine gestellt. Sänger, Songwriter und Bandchef Tobias Forge ist dabei die einzige Konstante, seine Kollegen sind lediglich als „Nameless Ghouls“ bekannt. Dies hat für Forge den Vorteil, dass er die Musiker beliebig gegen andere austauschen kann, ohne dass es nach außen hin auffällt. Einen Bericht vom November 2013 zum Auftritt im Wiesbadener Schlachthof gibt es hier.

 

THE RESIDENTS

The ResidentsDie RESIDENTS existieren bereits seit Ende der 1960er Jahre – und niemand kennt die Identität der Musiker, die sich hinter den einzelnen Masken verbergen. Vielleicht ist an den Gerüchten ja etwas dran und wir haben hier ein Mitglied der BEATLES, der STONES oder der DOORS in Maskerade abgelichtet. Noch mehr Mutmaßungen über die Identität der RESIDENTS gibt es in unserem Bericht über deren Auftritt im Februar 2016 im Frankfurter Mousonturm hier.

 

METAL VS. AMBIENT

Attila CsiharZum Schluss blicken wir noch in die Zukunft: Metal-Sänger Attila Csihar (u. a. MAYHEM) präsentierte sich bei einer konzertanten Aufführung des Stückes „Oozing Earth für Stimme, Extreme-Metal Drummer und Ensemble“ zum Thema Zusammenspiel mit künstlichen Intelligenzen Anfang März 2020 in der Frankfurter Batschkapp mit einer Maske, bestehend aus Kabeln, Platinen sowie anderen Bausteinen aus dem Elektromarkt. Schöne neue Welt… Mehr dazu hier.

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Texte: Stefan (11), Marcus (9), Micha (3), Eric (2)
Fotos: Marcus (11), Kai (5), Micha (3), Eric (2), Boris (2), Stefan (1), Todde (1)

1 Comment

Filed under 2020, Allgemein

One Response to Best of RRRM – Folge 1: Die bizarrsten Maskenmänner

  1. Nicole

    So so coool