I AM THE FLY & CRY FASTER

Dreikönigskeller, Frankfurt, 6.09.2025

I Am The FlyPanik im Frankfurter Dreikönigskeller! Humanoide Fliegen versuchten mit Schallwellen die Menschheit zu unterwerfen! Wir waren live vor Ort und berichten im Folgenden über dieses Ereignis. Dass ein Besuch im DKK in den meisten Fällen ein aufregendes Konzerterlebnis verspricht, haben wir in diesem Blog bereits des Öfteren kundgetan. Die Künstler und Bands, die sich in die kultige Keller-Location verirren, sind meist (noch) unbekannt und liefern somit zum eigentlichen Konzertvergnügen noch einen gewissen Überraschungsmoment. Ebendieser Grund lockte uns am gestrigen Abend in den Stadtteil Sachsenhausen, um dort das aus Essen eingeflogene Duo I AM THE FLY zu begutachten. So viel vorweg: Die Fliegen kamen in Frieden, aber mit einer klaren Botschaft…


.Bevor die Message der mutierten Insekten verkündet wurde, gaben sich die Frankfurter CRY FASTER ein Stelldichein im Keller. Die Band ist seit 2022 aktiv und spielte nach Auftritten unter anderem auf dem Rödelheimer Parkfest und dem Museumsuferfest am gestrigen Abend ihren siebten Gig, der zugleich Cry Fastereine Premiere für die Formation bedeutete: CRY FASTER traten nämlich erstmals mit ihrem neuen Schlagzeuger Andreas auf. Die Konzerte zuvor wurden durch die Sound-Unterstützung eines Samplers gespielt. Der kam auch im Dreikönigskeller zum Einsatz – oftmals staunte das Publikum nicht schlecht, als hier und da Keyboards und Rhythmusgeräte erklangen, obgleich diese nicht auf der Bühne zu sehen waren. Koordiniert wurde das Ganze vom Drummer.

Cry FasterMusikalisch bot das Quartett klassische Rockmusik mit gelegentlichem 80s-Wave-Touch, beispielsweise beim Song „Screaming for More“, der auch von einem 80er-Album von TOYAH oder Kim Wilde hätte stammen können. CRY FASTER gefielen mir immer dann am besten, wenn das Gaspedal mal ein wenig durchgedrückt wurde und schnellere Songs dargeboten wurden, die Sängerin Pauli mit etwas raueren Vocals untermalte. Unterm Strich war es ein solider Auftritt des Quartetts, das sogar mehr Lieder zum Besten gab als später der Headliner des Abends. Veröffentlichungen haben CRY FASTER bisher nicht vorzuweisen; Interessierte haben aber die Möglichkeit, Songs der Band via Soundcloud (siehe Link unten) zu hören.

Cry Faster

Nach einer kurzen Umbaupause war schließlich die Zeit der Fliegen gekommen. Das Duo, bestehend aus Musca domestica ♀ und Musca domestica ♂, stammt aus Essen, legte 2017 sein erstes Demo vor und hat seither eine Single (2020) und einen Longplayer (2022) veröffentlicht. Letzterer ist inzwischen in seiner I am the Flyzweiten Auflage auf durchsichtigem und mit Fliegen verzierten Vinyl erhältlich. Allein optisch machte I AM THE FLY etwas her: Die zwei Musiker standen auf der in rot-blaues Licht getauchten Bühne und trugen anstatt von menschlichen Häuptern Fliegenköpfe, was spontan Assoziationen an den 1958 entstandenen Vincent Price-Filmklassiker „Die Fliege“ hervorrief.

Beleuchtung, Optik und Sound lieferten fortan einen audiovisuellen Horrortrip, der kurzweilig, sphärisch und alptraumhaft war. Die Fliegen machten gleich zu Beginn klar, dass sie durchaus in der Lage sind, die menschliche Sprache zu sprechen: „Wir sind I AM THE FLY – und wir hassen alle Menschen!“ Was folgte, waren 14 hypnotische Songs, die auf Titel wie „The Ugliest Part of Your Body is Your Brain“, „Neurosurgery“ und „Axolotl“ hörten. Die einzelnen Tracks waren selten länger als zweienhalb Minuten, bestachen durch minimalistische Arrangements und durch eine unheilvolle Klangromantik.

I am the Fly

Musikalisch weckte dies Erinnerungen an frühe KRAFTWERK-Klänge, aber auch an New Wave-Pioniere wie THE NORMAL mit ihrem Song „Warm Leatherette“, wobei der Gesang von Musca domestica ♂ nicht selten an Sänger wie Stan Ridgway von WALL OF VOODOO oder auch – aufgrund der depressiv-düsteren Stimmung – an Leonard Cohen erinnert. ALIEN SEX FIEND dürften I am the Flydem Duo ebenfalls als Einfluss gedient haben. Synth-Punk nennen die Fliegen selbst ihre Musik und letztlich bringt es die Bezeichnung auf den Punkt.

Minimalistisch, rau und finster klingen die Essener und brachten das Publikum schnell auf ihre Seite. Einige naheliegende Cover-Versionen („Return of the Fly“ von den MISFITS, „Human Fly“ von THE CRAMPS oder „Human Insecticide“ von ANNIHILATOR) wurden nicht dargeboten, doch dafür haben die Fliegen sicherlich ihre Gründe. Am Ende des Gigs legten sie die Insektenköpfe schließlich ab und offenbarten ihre wahren Gesichter – die wir an dieser Stelle natürlich nicht präsentieren. Es machte auf jeden Fall großen Spaß, I AM THE FLY live zu erleben – wir wünschen einen guten Heimflug und hoffen auf eine baldige Rückkehr.

I am the Fly

Links: https://cryfaster.de/, https://www.facebook.com/p/Cry-Faster/, https://www.instagram.com/cryfasterband/, https://soundcloud.com/cryfasterband, https://www.i-am-the-fly.de/, https://www.facebook.com/TheFlyIAm/, https://www.instagram.com/i.am.the.fly.band/https://iamthefly.bandcamp.com/, https://www.last.fm/music/I+Am+The+Fly

Text: Marcus
Fotos (10): Boris, @borisschoppner
Fotos (10): Stefan

Alle Bilder:

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